Sonderausstellung: Die Väter von Micky Maus und Donald Duck.

„Gezeichnet von Walt Disney“ – jahrzehntelang verschwanden die Künstler Carl Barks, Floyd Gottfredson und Al Taliaferro hinter dieser Angabe und wurden in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Die Ausstellung im Residenzschloss Mergentheim setzt die „Großen Drei“ und ihre sehr unterschiedlichen Bezüge zum Unternehmen „Disney“ ins rechte Licht und würdigt ihre Kunst erstmals in einer Zusammenschau.

Seit den frühen 1930er Jahren haben Barks, Gottfredson und Taliaferro das Genre der Comics im Unternehmen von Walt Disney entscheidend entwickelt und geprägt. Mit den gezeichneten, getexteten und oft mit Sprechblasen versehenen Bildergeschichten wurden ihre Comics ein ökonomisch erfolgreiches Lizenz-Produkt des Disney-Konzerns in Abgrenzung zur Trickfilm-Produktion. Trotz des enormen wirtschaftlichen Erfolges blieb die Identität der Schöpfer von Donald, Micky und ihren Kollegen über Jahrzehnte hinweg hinter der Corporate Identity des Disney-Konzerns verborgen. Signiert wurden alle Arbeiten bis zum Tod von Walt Disney im Jahre 1966 mit dem von Gottfredson entwickelten Schriftzug „Walt Disney“. Erst Jahre nach ihrem Tod wird die Behauptung „gezeichnet von Walt Disney“ widerlegt und die wahren Künstler hinter den Figuren treten aus dem Schatten des übermächtigen Konzernchefs.

Jan Gulbransson und Ulrich Schöder führen als Zeichner und Autoren die Tradition rund um die Ducks und Entenhausen bis heute weiter. Individuell im Strich und mit weltweiter Popularität lassen sie den Kosmos weiter leben, der bis heute als Teil unseres kollektiven Bildgedächtnisses funktioniert.

Anfang der 1950er Jahren vernichteten fast alle US-Comic-Verlage die Originalzeichnungen, da sie nur als platzverbrauchender Grundstoff angesehen wurden. Nur Druckbögen oder Filme von erfolgreichen Serien wurden zur eventuellen Wiederverwertung aufgehoben. Das gedruckte Produkt galt – wie im Prinzip auch heute noch in der Comic-Branche üblich – als das Original. Wir verdanken der Sammelleidenschaft der Künstler und den Druckerei- und VerlagsmitarbeitenInnen, dass sichtbar gemacht werden kann, was Taliaferro lange bedauerte: „…I feel I have been a ghost long enough…“.

Die Sammlung wurde von Ina Brockmann und Peter Reichelt zusammengestellt.

Residenzschloss Mergentheim

Das Residenzschloss Mergentheim war 1525-1809 Residenz der Hoch- und Deutschmeister des Deutschen Ordens. 1996 wurde das Museum auf rund 3000 m² Ausstellungsfläche neu eröffnet. Die 800jährige Geschichte des Deutschen Ordens wird mit Objekten, Kunstwerken und Modellen ausgebreitet. Das Fortbestehen des Ordens bis heute wird präsentiert.

Einen Abglanz einstiger Deutschordensherrlichkeit spürt man in den fürstlichen Räumen des Schlosses. Von der bewegten Baugeschichte zeugen Bauteile aus Romanik (Palasarkaden), Renaissance (Berwarttreppe), Rokoko (Götterzimmer) und Klassizismus (Kapitelsaal). Juwel der Residenz ist die Schlosskirche, zu deren Bau bedeutende Künstler wie Balthasar Neumann und François de Cuvilliès beigezogen wurden.

Die Geschichte Bad Mergentheims wird von der Zeit als fränkische Siedlung bis zur Kurstadt gezeigt. Ein Diorama mit über 2000 Zinnfiguren inszeniert die Schlacht von Herbsthausen bei Mergentheim im 30jährigen Krieg. Ein Mörike-Kabinett erinnert an den Aufenthalt des Dichters in der Stadt (1844-51). 1864 stiftete Freiherr Carl Joseph von Adelsheim der Stadt seine Sammlung von „Altertümern“, die nun eine eigene Abteilung bildet. 40 Puppenküchen, -stuben und -häuser und Kaufläden (19./20. Jhdt.) berichten vom Leben vergangener Zeiten.

Das Residenzschloss bietet ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm für Kinder und Erwachsene sowie mehrere Sonderausstellungen pro Jahr.

Jahresprogramm

Ausstellungen und Events im Residenzschloss im Überblick.

Öffnungszeiten

1. APRIL BIS 31. OKTOBER
Mi – So, Feiertag
10:30 – 17:00 Uhr

1. NOVEMBER BIS 31. DEZEMBER
Mi – Sa: 14:00 – 17:00 Uhr
So, Feiertag: 10:30 – 17:00 Uhr

24., 25., 31. Dezember
geschlossen

Kontakt

Residenzschloss Mergentheim
Schloß 16
97980 Bad Mergentheim
Tel: 07931/52212 Fax: 07931/52669
E-mail: info@schloss-mergentheim.de
Internet: www.schloss-mergentheim.de

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