Kunstpreisträger 2018

Ruth Roth, Wertheim & Cornelia Roth, Marktheidenfeld

Ambivalent – Ruth Roths Kunst strebt in zwei Richtungen. Sie ist nicht fein, sie ist eher ungestüm. Hoher Abstraktionsgrad trifft paradoxerweise auf einen hohen Wiedererkennungswert: Das Fantastische und das Gegenständliche, die Welt, in der wir leben, bilden keinen Gegensatz mehr, im Gegenteil: Alles löst sich auf, es bildet sich etwas Neues, eine Mischform, welche die Fantasie immer wieder anregt.

Ruth Roth findet neue Bilder für das Miteinander der Menschen, genauso wie für die Natur. „Weggefährten“, schemenhafte menschliche Figuren, die kommen und gehen und deren stelenhafte Form an Felsen oder Steine erinnert, treten in imaginären, stets von oben gezeigten Landschaften aus Erde, Wolken, Nebel und Horizont auf.

Daneben geben geheimnisvolle, dunkle weibliche Körperbilder oft nur Fragmente wieder. In der Betonung des Fragments entwickelt die Künstlerin einen ganz eigenen, besonderen Stil, ebenso wie sie durch die ihr eigene Technik zu wunderbar durchscheinenden malerischen Ergebnissen kommt.

Vieles vermischt sich im Werk der Künstlerin. Die Natur wirkt von menschlichem Geist durchdrungen, ihre Figuren tragen naturhafte Züge. Manches lässt sie im Vagen oder bringt es in schnellen karikativen Skizzen zu Papier. Doch ist es gerade die Ambivalenz, die ihr großes, vielfältiges Werk auszeichnet. Kunst
ist immer ambivalent, regt zum Denken an, in vielfältige Richtungen.

Menschen und Momente – Cornelia Roth

Ansichten von Marktheidenfeld heute und im Laufe der Zeit sowie Portraits in verschiedenen Techniken auf unterschiedlichsten Malgründen
laden den Besucher der Ausstellung zum Betrachten, Blättern und Verweilen ein.

Eintritt frei!

Ausstellung Kunstpreisträger: Cornelia Roth

 

Franck-Haus

Das Franck-Haus fällt dem Besucher aufgrund seiner blauen Prunkfassade sofort ins Auge wenn er vom Marktplatz in die Untertorstraße geht.

Als der Weinhändler Franz Valentin Franck im Jahr 1745 sein smalteblaues Palais erbauen ließ, ahnte er nicht, dass sich das spätbarocke Gebäude einmal als renommiertes Kulturzentrum etablieren wird.

Das Gebäude wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach seinen Besitzer, von denen der Weinhändler Johann Georg Andreas Schulz eine besondere Erwähnung verdient. Gemäß Überlieferung hat er im Franck-Haus die Sektherstellung erfunden.

Seit 1987 ist das Haus im Besitz der Stadt und hat sich nach seiner Sanierung zu einem kulturellen Zentrum entwickelt. Besonders sehenswert ist der reich dekorierte Festsaal im Obergeschoss mit wertvollen Wandbespannungen, Stuckarbeiten sowie einem aufwendigen Deckengemälde, welches die Personifizierung der Erdteile und im Zentrum eine alttestamentliche Szene zeigt.

1998 konnte die grundlegende Sanierung des Baudenkmals abgeschlossen werden, erste Ausstellungen folgten. Jedes Jahr werden in den Räumen im vorderen Ausstellungsbereich rund um den Festsaal sowie im hinteren Ausstellungsbereich –  der ehemaligen Scheune –  zehn bis zwölf wechselnde Ausstellungen präsentiert. Einen großen Anteil mit jährlich etwa acht Ausstellungen hat die Bildende Kunst.

Im Festsaal finden Trauungen, Empfänge und Konzerte statt. Die benachbarten Räume beinhalten neben Wechselausstellungen regionaler Künstler eine Dauerausstellung: In Vitrinen gut geschützt wird die „kleinste Bibliothek der Welt“ gezeigt. Es handelt sich hierbei um eine Kassette mit elf Minibüchern sowie handbeschriebenen Kragenknöpfen, Geldstücken, Streichhölzern, Briefmarken und vielem mehr, alle beschrieben von Valentin Kaufmann, einem 1891 geborenen Zimmermann. Auslöser für diese einzigartige Sammlung war eine Diskussion über den Weltrekord im Miniaturschreiben im Jahr 1935, die Kaufmann dazu veranlasste, selbst aktiv zu werden und den Rekord zu brechen. So brachte er zum Beispiel auf der Postkarte „no. 6“ 12.515 Buchstaben, 2.252 Wörter und 30 Zahlen unter. Das „kleinste Buch der Welt“ findet Platz in einer Haselnuss.

Darüber hinaus wird eine Dokumentation zum Leben und Werk des Marktheidenfelder Malers und Kunsthandwerkers Hermann Gradl gezeigt.
Das Jahr 2020 ist im Franck-Haus von Marktheidenfeld wieder sehr vielfältig: Bildende Künstler der verschiedensten Stilrichtungen stellen im Kulturzentrum in der Untertorstraße ihre Werke vor. Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist frei.

Kontakt

Franck-Haus
Untertorstraße 6
97828 Marktheidenfeld
Tel.: 09391 81785
Fax: 09391 7940
franck-haus@marktheidenfeld.de

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Samstag  14 – 18 Uhr
Sonn- und Feiertag         10 – 18 Uhr

Eintritt frei

Die Öffnungszeiten gelten während einer laufenden Ausstellung!

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