Fenster – die Augen des Hauses

Analoge Schwarzweißfotografie
Gerd Schneider, Löwenstein

Mit seiner Hasselblad-Fotokamera und mit einem Stativ begibt sich Gerd Schneider auf Spurensuche. Er spürt Motive auf, die von den Spuren des Menschen zeugen, ohne dass er anwesend ist. Die Räume, die er fotografiert, sind in der Regel menschenleer und atmen doch, bei aller Verlassenheit, menschliches Leben. In seinen Fotografien hält er das Archaische dieser Architekturen fest, modelliert in seinen Bildern eine Welt des Stillstands und der Lautlosigkeit.

Er nutzt das Morgenlicht, ein Seitenlicht oder ein die Dinge flüchtig streifendes Licht, um die plastischen Werte von Gegenständen, von Mobiliar oder von architektonischen Formen herauszuarbeiten. Durch den Verzicht auf Farbe und die Beschränkung auf Grauwerte in seiner Fotografie lässt er die Formen in ihrer tonalen Abstufung bis hin zur Gegensätzlichkeit von Schwarz und Weiß umso deutlicher hervor treten.

Mit der Schwarzweißfotografie, mit der Unterscheidung zwischen Schärfe und Unschärfe, mit den Detailaufnahmen und dem Interesse am Formalen steht Gerd Schneider in der Tradition der neusachlichen Fotografie.

Eintritt frei

Franck-Haus

Das Franck-Haus fällt dem Besucher aufgrund seiner blauen Prunkfassade sofort ins Auge wenn er vom Marktplatz in die Untertorstraße geht.

Als der Weinhändler Franz Valentin Franck im Jahr 1745 sein smalteblaues Palais erbauen ließ, ahnte er nicht, dass sich das spätbarocke Gebäude einmal als renommiertes Kulturzentrum etablieren wird.

Das Gebäude wechselte im Laufe der Geschichte mehrfach seinen Besitzer, von denen der Weinhändler Johann Georg Andreas Schulz eine besondere Erwähnung verdient. Gemäß Überlieferung hat er im Franck-Haus die Sektherstellung erfunden.

Seit 1987 ist das Haus im Besitz der Stadt und hat sich nach seiner Sanierung zu einem kulturellen Zentrum entwickelt. Besonders sehenswert ist der reich dekorierte Festsaal im Obergeschoss mit wertvollen Wandbespannungen, Stuckarbeiten sowie einem aufwendigen Deckengemälde, welches die Personifizierung der Erdteile und im Zentrum eine alttestamentliche Szene zeigt.

1998 konnte die grundlegende Sanierung des Baudenkmals abgeschlossen werden, erste Ausstellungen folgten. Jedes Jahr werden in den Räumen im vorderen Ausstellungsbereich rund um den Festsaal sowie im hinteren Ausstellungsbereich –  der ehemaligen Scheune –  zehn bis zwölf wechselnde Ausstellungen präsentiert. Einen großen Anteil mit jährlich etwa acht Ausstellungen hat die Bildende Kunst.

Im Festsaal finden Trauungen, Empfänge und Konzerte statt. Die benachbarten Räume beinhalten neben Wechselausstellungen regionaler Künstler eine Dauerausstellung: In Vitrinen gut geschützt wird die „kleinste Bibliothek der Welt“ gezeigt. Es handelt sich hierbei um eine Kassette mit elf Minibüchern sowie handbeschriebenen Kragenknöpfen, Geldstücken, Streichhölzern, Briefmarken und vielem mehr, alle beschrieben von Valentin Kaufmann, einem 1891 geborenen Zimmermann. Auslöser für diese einzigartige Sammlung war eine Diskussion über den Weltrekord im Miniaturschreiben im Jahr 1935, die Kaufmann dazu veranlasste, selbst aktiv zu werden und den Rekord zu brechen. So brachte er zum Beispiel auf der Postkarte „no. 6“ 12.515 Buchstaben, 2.252 Wörter und 30 Zahlen unter. Das „kleinste Buch der Welt“ findet Platz in einer Haselnuss.

Darüber hinaus wird eine Dokumentation zum Leben und Werk des Marktheidenfelder Malers und Kunsthandwerkers Hermann Gradl gezeigt.
Das Jahr 2020 ist im Franck-Haus von Marktheidenfeld wieder sehr vielfältig: Bildende Künstler der verschiedensten Stilrichtungen stellen im Kulturzentrum in der Untertorstraße ihre Werke vor. Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist frei.

Kontakt

Franck-Haus
Untertorstraße 6
97828 Marktheidenfeld
Tel.: 09391 81785
Fax: 09391 7940
franck-haus@marktheidenfeld.de

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Samstag  14 – 18 Uhr
Sonn- und Feiertag         10 – 18 Uhr

Eintritt frei

Die Öffnungszeiten gelten während einer laufenden Ausstellung!

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